Wetterkapriolen im Tyrrhenischen Meer 2002

Das Jahr 2002 bringt für weite Teile Europas einen ungewöhnlichen Sommer mit einer Jahrhundertflut in Ostdeutschland. Im August breche ich zu einem Törn nach Elba auf. Im Frühsommer litt Italien unter einer Hitzwelle, jetzt aber bringen Gewitter ergiebige Niederschläge und schmälern die Ernten. Dass etwas anders ist als sonst, merkt man schon an Gewitterschauern in den Südalpen und in der Toskana, die in diesem Jahr nicht wie sonst gelb, sondern saftig grün aussieht.

Gegen Mitternacht setzen wir von Piombino aus mit der Fähre nach Portoferraio, Elba, über. Von Korsika zuckt uns intensives Wetterleuchten entgegen.

8. August 2002:

Gut zu sehen das Gewittertief über dem Ligurischen Meer und Korsika. In der Folge gewinnt dann der Höhentrog über dem Ärmelkanal an Bedeutung.

In der Nacht gewittriger Niederschlag, der Freitag bringt einen Strandtag mit viel Sonne.

10. August 2002:

Über dem Ärmelkanal tropft ein eigenständiges Höhentief ab. Auf Elba stundenlanger, monsunartiger Regen.

11. August 2002:

Höhentief Côte d'Azur, Bodentief Golf von Genua. Hier kann die Luft reichlich Feuchte aufnehmen.

12. August 2002:

Höhentief Adria, Bodentief Tschechien. Das gleiche Tief, das uns zwei Tage zuvor bei der Bootsübergabe geärgert hat, setzt nun das Quellgebiet der Elbe unter Wasser.

13. August 2002:

Wenig Änderung, weiterhin Tiefdruck über Ost- und Mitteleuropa.

14. August 2002:

Tief zieht nach Russland weiter.

Wir sind inzwischen im Nordwestteil des Tyrrhenischen Meeres unterwegs. Es ist meist schwachwindig. In Landnähe entwickeln sich Gewitter, die jedoch nicht auf die See übergreifen. Ungewöhnlich kühle Nächte; meist sitzt man mit Pulli und langer Hose auf dem Boot.

Seemannschaftliches Fazit: