Wentorf 1989

Im August 1989 verwüstete ein Orkan den Yachthafen von Wentorf an der Ostsee. Die Bilder davon sind spektakulär. Leichte Boote wurden aus dem Wasser gehievt und der Rest in Takel- und Rumpfsalat verwandelt, so dass am Ende einer der größten Versicherungsschäden der deutschen Yachtsportgeschichte herauskam. Menschen kamen nicht zu schaden.

Bemerkenswert am Wentorf-Orkan waren seine rasche Bildung und die Begrenzung auf ein kleines Gebiet. Zugrichtung und Verstärkung wurden nicht vorhergesagt und es gab keine Unwetterwarnung, obwohl das kommende Unheil einige Stunden vorher erkennbar wurde.

Ausgangslage am 26. August 1989:

Wentorf liegt am Rand eines Skandinavien-Trogs mit einem Tiefdruckkern bei St. Petersburg.

Zweiter Tag, 27. August 1989:

In der südlichen Nordsee hat sich unter Austrogung ein Randtief gebildet. Von einem Orkanszenario ist noch nichts zu sehen.

Dritter Tag, 28. August 1989:

In der Höhe hat sich ein Kaltlufttropfen gebildet, Verstärkung des Höhentroges (Vorticity). Das Bodentief entwickelt sich ostverlagernd innerhalb kurzer Zeit zum Orkan, auflandiger Wind an der deutschen Ostseeküste.

Vierter Tag, 29. August 1989:

Rückbildung und Ostverlagerung des Orkantiefs, jedoch weiterhin Starkwind aus Nord. Der Höhentrog stößt bis nach Norditalien vor. Ablandige Winde von den Pyrenäen bis zur Adria (Tramontana, Mistral, Bora).

Seemannschaftliches Fazit: